Hackgerät richtig einstellen: Worauf Landwirte achten sollten
Ein Hackgerät ist nur so gut wie seine Einstellung. Selbst das hochwertigste Gerät bringt wenig, wenn Hacktiefe, Seitenführung oder Scharauswahl nicht auf die jeweilige Situation abgestimmt sind. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick, worauf Landwirte beim Einstellen ihres Hackgeräts achten sollten.
Vor dem ersten Einsatz: Die richtige Vorbereitung
Bevor das Hackgerät zum ersten Mal in die Spur geht, sollte eine sorgfältige Grundeinstellung erfolgen. Dazu gehört das Überprüfen aller beweglichen Teile auf Leichtgängigkeit, das Kontrollieren der Schraubenverbindungen und – bei Geräten mit hydraulischen Funktionen – das Prüfen des Ölstands und der Druckeinstellungen.
Wichtig: Lesen Sie die Betriebsanleitung Ihres Hackgeräts, bevor Sie mit den Einstellarbeiten beginnen. Jeder Hersteller hat spezifische Empfehlungen für sein System.
Reihenweite richtig einstellen
Die Reihenweite des Hackgeräts muss exakt der Aussaatreihenweite der Kultur entsprechen. Stimmt sie nicht überein, besteht das Risiko, Pflanzen zu beschädigen oder den Zwischenzeilenbereich nicht vollständig zu bearbeiten.
Bei manuell verstellbaren Geräten: Messen Sie die Reihenabstände auf dem Feld nach der Aussaat und stellen Sie die Schareinheiten entsprechend ein. Bei elektrohydraulisch verstellbaren Systemen – wie dem VarioCHOP von SAMO – kann die Anpassung direkt vom Traktor aus erfolgen, was Zeit spart und Fehler reduziert.
Hacktiefe einstellen
Die Hacktiefe beeinflusst sowohl die Unkrautwirkung als auch die Bodenbelastung. Als allgemeine Orientierung gilt: Unkraut wird am wirksamsten bekämpft, wenn es im Keimlingsstadium möglichst flach abgeschnitten oder untergegraben wird. Eine zu geringe Tiefe lässt Unkraut überleben, eine zu große Tiefe belastet den Boden unnötig und kann Wurzeln der Kulturpflanzen schädigen.
Die optimale Hacktiefe hängt von Bodenart, Feuchtigkeit und Unkrautdruck ab und sollte situativ angepasst werden. In der Praxis empfiehlt sich eine kurze Kontrollfahrt auf einem Teilstück, bevor der gesamte Schlag bearbeitet wird.
Scharauswahl: Das richtige Werkzeug für den richtigen Einsatz
Die Wahl des Scharsystems hat großen Einfluss auf die Hackwirkung. Gängige Schartypen sind:
- Gänsefußschare: Breite, flach arbeitende Schare, die den Boden zwischen den Reihen großflächig untergraben. Gut geeignet für trockene Bedingungen und flaches Hacken.
- Messerwalzen und Rollhacken: Rotierende Werkzeuge, die besonders in feuchten oder verkrusteten Böden gut arbeiten.
- Fingerunkrautjäter: Flexible Finger, die nahe an der Pflanzenreihe arbeiten und Unkraut in direkter Pflanzennähe bekämpfen, ohne die Kulturpflanze zu beschädigen.
- Striegel: Für den Einsatz kurz nach der Aussaat oder als Ergänzung zum Hackgerät. Geeignet für das sogenannte Blindhacken vor dem Kulturpflanzenauflaufen.
Welches Scharsystem am besten passt, hängt von Kultur, Bodenart und persönlicher Erfahrung ab. Viele Landwirte kombinieren verschiedene Werkzeuge für optimale Ergebnisse.
Seitenführung und Spurkranzräder
Für Geräte ohne Kameraführung ist eine gute mechanische Spurführung entscheidend. Spurkranzräder laufen in der Pflanzreihe und halten das Hackgerät exakt auf Kurs. Sie sollten so eingestellt sein, dass sie die Pflanzenreihe führen, ohne die Pflanzen zu beschädigen.
Alternativ oder ergänzend können Tast- oder Abtastbügel eingesetzt werden, die die Reihenposition mechanisch abtasten. Bei kameragestützten Systemen übernimmt die Bildverarbeitung diese Aufgabe automatisch.
Einstellung im laufenden Betrieb überprüfen
Auch während der Hackarbeit lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle. Überprüfen Sie nach dem ersten Durchgang auf einem kurzen Stück, ob die Schare die Reihe sauber bearbeiten, keine Pflanzen beschädigt werden und die Hacktiefe stimmt. Bei wechselnden Bodenverhältnissen – etwa nach Regen oder bei unterschiedlicher Bodenzusammensetzung – kann eine Nachjustierung notwendig sein.
Pflege und Wartung nach dem Einsatz
Nach jedem Hackgang sollte das Gerät gereinigt und auf Verschleiß oder Beschädigungen kontrolliert werden. Schare und Führungselemente verschleißen mit der Zeit und sollten bei Bedarf nachgeschärft oder ausgetauscht werden. Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer des Geräts und sichert gleichbleibende Hackqualität.
Fazit: Einstellung macht den Unterschied
Eine sorgfältige Einstellung des Hackgeräts ist genauso wichtig wie die Wahl des richtigen Geräts. Wer sich die Zeit nimmt, sein Hackgerät richtig einzustellen und die Ergebnisse im Feld zu kontrollieren, erzielt deutlich bessere Hackergebnisse. Bei Fragen zur Einstellung Ihres SAMO-Hackgeräts steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung.