Reihenabstand richtig wählen: Welcher Abstand passt zu welcher Kultur?

Wer ein Hackgerät kauft, stellt sich früher oder später die wichtige Frage: Welcher Reihenabstand passt eigentlich zu meiner Kultur? Die Wahl ist nicht trivial – sie entscheidet über Ertrag, Bodenbearbeitung, Pflanzengesundheit und am Ende über die Wirtschaftlichkeit. Dieser Beitrag gibt einen praxisnahen Überblick, welcher Reihenabstand bei welcher Kultur üblich ist und worauf es bei der Wahl ankommt.

Was ist der Reihenabstand überhaupt – und warum ist er so wichtig?

Der Reihenabstand ist die Distanz zwischen zwei benachbarten Pflanzenreihen auf dem Feld. Er bestimmt, wie viele Pflanzen pro Hektar stehen, wie viel Platz jede Pflanze hat – und vor allem, wie groß der Bearbeitungsraum für Hackgeräte zwischen den Reihen ist.

Ein zu enger Reihenabstand erschwert das mechanische Hacken und kann den Lichteinfall reduzieren. Ein zu weiter Abstand verschenkt Fläche und lässt mehr Raum für Unkraut. Die Kunst liegt im richtigen Mittelmaß – und das hängt stark von der Kultur ab.

Übliche Reihenabstände nach Kultur

Hier ein praxisnaher Überblick über die gängigsten Reihenabstände in Österreich und Deutschland:

Mais: 70 bis 75 cm

Mais wird klassisch in 75 cm Reihen angebaut. Diese Breite hat sich bewährt, weil sie genug Platz für die kräftigen Pflanzen bietet und gleichzeitig Hackgeräten ausreichend Spielraum lässt. Manche Betriebe setzen auf 70 cm, um etwas dichtere Bestände zu erzielen.

Zuckerrübe: 45 bis 50 cm

Zuckerrübe steht traditionell in 45 cm Reihen. Dieser enge Abstand erschwert das mechanische Hacken, weil zwischen den Reihen wenig Platz ist – moderne Hackgeräte mit präzisen Scharen und Kamerasteuerung sind hier unverzichtbar.

Soja: 30 bis 45 cm

Bei Soja schwanken die Reihenabstände stark – zwischen 30 cm (dichte Drillsaat) und 45 cm (klassische Einzelkornsaat). Wer mit dem Hackgerät arbeiten will, fährt meist 37,5 cm oder 45 cm.

Sonnenblume: 50 bis 75 cm

Sonnenblumen werden je nach Region und Sorte in 50 bis 75 cm Reihen angebaut. Bei Sortenwahl auf Hochsorten wird oft enger gepflanzt, bei großwüchsigen Standardsorten weiter.

Kürbis: 100 bis 200 cm

Ölkürbis braucht deutlich mehr Platz – 140 bis 200 cm Reihenabstand sind üblich. Speisekürbisse stehen oft in 100 bis 150 cm Reihen. Hier ist die Hackbreite besonders groß und das Hackgerät hat viel Spielraum.

Gemüse (Salat, Fenchel, Kohl): 30 bis 50 cm

Bei Feldgemüse variieren die Abstände stark mit der Kultur. Salat und Fenchel stehen oft in 30 bis 40 cm Reihen, Kohlarten in 45 bis 60 cm. Präzise Hacktechnik mit Kamerasystem ist hier Standard.

Getreide (Reihendrill mit Hacken): 12,5 bis 25 cm

Klassisches Drillgetreide steht in 12,5 cm Reihen – zu eng zum Hacken. Wer Getreide hacken will, setzt auf Weitsaatverfahren mit 25 cm oder mehr.

Ein Gerät für alle Reihenbreiten?

Lange Zeit galt: Pro Reihenabstand ein Hackgerät – oder zumindest stundenlanges Umbauen vor jeder neuen Kultur. Das ist heute anders. Moderne Hackgeräte wie der VarioCHOP sind mit einer patentierten Bandbreitenverstellung ausgestattet, die elektrohydraulisch von der Kabine aus oder mechanisch in kürzester Zeit umgestellt werden kann.

Mit dem neuen X-ADJUST-System geht das noch einen Schritt weiter: Jede Reihenbreite zwischen 45 cm und 75 cm lässt sich stufenlos hydraulisch umstellen – innerhalb weniger Sekunden. Statt mehrerer Geräte für unterschiedliche Kulturen reicht ein einziges Hackgerät für den ganzen Betrieb.

Worauf bei der Wahl noch ankommt

Neben dem Reihenabstand spielen weitere Faktoren mit:

  • Bodenbeschaffenheit: Auf schweren Böden sind oft etwas weitere Reihen sinnvoll, um Verkrustungen zu vermeiden.
  • Anbaufolge: Wer immer wieder zwischen ähnlichen Kulturen wechselt (Mais und Soja, Zuckerrübe und Mais), kann oft einen einheitlichen Reihenabstand wählen.
  • Ernte- und Sätechnik: Der Reihenabstand muss zu Sägerät und Erntemaschine passen. Wer eine sechsreihige Sämaschine hat, sollte ein dazu passendes Hackgerät wählen.
  • Kameralenkung und KI: Engere Reihen profitieren besonders stark von kameragestützter Lenkung und KI-Systemen, weil hier präzises Arbeiten direkt an der Pflanze entscheidend ist.

Häufige Fragen

Welcher Reihenabstand ist optimal für Mais?

In Österreich und Deutschland sind 75 cm Reihenabstand bei Mais der Standard. Einzelne Betriebe arbeiten auch mit 70 cm, um dichtere Bestände zu erzielen.

Kann ich mit demselben Hackgerät 45 cm Zuckerrüben und 75 cm Mais hacken?

Ja, mit modernen Hackgeräten wie dem VarioCHOP X-ADJUST ist das problemlos möglich. Die stufenlose Bandbreitenverstellung erlaubt einen Wechsel zwischen den Kulturen in wenigen Sekunden – ohne Umbau.

Lohnt sich enge Reihenführung im Bio-Anbau?

Enge Reihen beschatten den Boden schneller und unterdrücken Unkraut natürlich. Sie erfordern aber präzise Hacktechnik, idealerweise mit Kamerasteuerung oder KI für In-Row-Hacken.

Den richtigen Reihenabstand im eigenen Betrieb finden

Welcher Reihenabstand für den eigenen Betrieb passt, hängt von der Anbauplanung, der Sätechnik und der vorhandenen Hacktechnik ab. Am besten lässt sich das in der Praxis beurteilen – bei einer Feldvorführung sieht man, wie flexibel moderne Hackgeräte heute mit unterschiedlichen Kulturen und Reihenbreiten umgehen. Wer ein Gerät für alle Kulturen sucht, ist mit der Bandbreitenverstellung des VarioCHOP gut beraten.

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